Kleine Historie des Textildrucks

Solange es Textilindustrie gibt, solange werden Textilien veredelt und auch bedruckt. Der Begriff Textildruck ist etwa 40 bis 50 Jahre alt.

Große Bahnen oder Zuschnitte werden hier in hoher Auflage mit Mustern bedruckt, bevor sie zu Kleidungsstücken konfektioniert oder als Dekorationsstoff seine Endverwendung finden.

Wenn wir heute über Textildruck reden, meinen wir eigentlich etwas anderes. Fertig konfektionierte Textilien erhalten sozusagen nachträglich ihren letzten modischen Pfiff oder eine werbende Botschaft"verpaßt".

Dabei hat ein Kleidungsstück wie kein anderes diese neue Branche des "Bekleidungsdrucks" geprägt - das T-Shirt. Etwa in den 70er Jahren begann man in Amerika T-Shirts mit Bildern, Werbesprüchen , Comics oder irgendwelchen launigen Texten zu bedrucken.

Die Werbewirtschaft erkannte sofort den Wert der neuen Werbeträger - der Mensch als lebende Litfaßsäule !

Rasend schnell breitete sich diese Idee des T-Shirt-Drucks zunächst über England und Schweden nach Europa und dann über die ganze Welt aus.

Der Trend setzt sich auch heute noch ungebrochen fort. Auch wenn große Bereiche der Textilindustrie inzwischen in Billigländer verlagert wurden, behielten und behalten sich die Industrieländer das Finishing der dort produzierten Kleidungsstücke vor. Die als Uniware importierten T- und Sweatshirts, Polos, Trikots, Sport- und Freizeitanzüge, Mützen und Caps erhalten in den Endverbraucherländern ihre unverwechselbare, ganz individuelle Gestaltung durch Aufbringen von Qualitätsdrucken oder Stickereien.

Gerade diese Individualität ist eines der entscheidenden Merkmale der neuen (und eigentlich auch alten) Branche des Textildrucks.